gueter-historisch-1

Unsere Förderer

DMG-Krienitz Stiftung

Die im Jahr 1881 gegründete Deutsche Maschinentechnische Gesellschaft (DMG) ist seit 1898 ein rechtsfähiger Verein, der gemeinnützigen Zwecken durch Förderung der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Maschinen- und Elektrotechnik im Verkehrswesen dient.
In der Trägerschaft der DMG befanden sich die unselbständigen Stiftungen

• Veitmeyer-Stiftung,
• Wichert-Stiftung und
• Müller-Stiftung.

Im Jahr 1972 wurden diese Stiftungen zu einer unselbständigen Stiftung unter dem Namen „DMG-Stiftung” zusammengefasst.

Am 7. Juni 1996 verstarb in Berlin der in der Verkehrstechnik tätige Ingenieur Seite Gerhard Krienitz, der in seinem Testament vom 10. Februar 1996 der DMG einen Barbetrag vermächtnisweise für die in ihrer Trägerschaft stehende DMG-Stiftung zugewendet hatte. Die Aufnahme des Vermögens in den Bestand der DMG-Stiftung erforderte eine Neufassung der Satzung der Stiftung, die seither den Namen DMG-Krienitz-Stiftung trägt.

Hier gehts zur Satzung

Gerhard Krienitz

(1907 — 1996)

Gerhard Krienitz wurde am 7. Oktober 1907 in München als Sohn eines Musikwissenschaftlers geboren. Er studierte an der dortigen Technischen Hochschule Elektrotechnik und wurde anschließend nach dreijähriger Referendarausbildung bei der Deutschen Reichsbahn 1935 Regierungsbaumeister. Nach Tätigkeiten im Reichsbahn-Zentralamt München und im Reichsverkehrsministerium in Berlin wurde er Anfang 1944 Reichsbahnoberrat und Leiter der Stromversorgung und des Betriebs der Berliner S-Bahn.

1946 trat Gerhard Krienitz in die Bahnabteilung der AEG ein, wo er entscheidend zum Wiederaufbau von deren Bahnaktivitäten beitrug und die wiedereinsetzende Entwicklung der deutschen Bahntechnik wesentlich mitgestaltete. Er war an den Elektrifizierungsvorhaben der Deutschen Bundesbahn und ausländischer Bahnen beteiligt und war Mitbegründer der 50-Hz-Arbeitsgemeinschaft. 1955 wurde er zum Prokuristen und 1958 zum Direktor der AEG ernannt. 1955 erhielt er einen Lehrauftrag „Elektrische Bahnen” an der Technischen Universität Berlin, die ihn 1961 zum Honorarprofessor ernannte.

Als engagierter Ingenieur beeinflusste Gerhard Krienitz nach dem Zweiten Weltkrieg ganz wesentlich die Maschinen- und Elektrotechnik des Eisenbahnwesens in Deutschland, indem er frühzeitig die volkswirtschaftliche und technische Notwendigkeit einer umfassenden Elektrifizierung des Streckennetzes der DB erkannte und vorantrieb. Dabei strebte er nie isolierte Problemlösungen an, sondern verstand sein Handeln stets als Teil eines übergeordneten Ganzen. Sein Bestreben war, die Eisenbahntechnik fortzuentwickeln und den Dialog zwischen Wissenschaft, Industrie und Bahn zu fördern.

So war es fast selbstverständlich, dass er neben seiner leitenden Tätigkeit in der Bahnabteilung der AEG als Hochschullehrer an der Ausbildung des Nachwuchses mitwirkte, als Prüfer beim Oberprüfungsamt tätig wurde, die Deutsche Maschinentechnische Gesellschaft (DMG) wieder zum Leben erweckte und leitete und als Mitherausgeber und Autor die Zeitschrift „ZEV+DET Glasers Annalen – Die Eisenbahntechnik” über Jahrzehnte prägte und zu internationalem Ansehen führte. Mit der ihm eigenen Genauigkeit und Leidenschaft und seiner Abneigung gegen jede oberflächliche Aufgabenerledigung verstand es Gerhard Krienitz, im Berufsleben erfolgreich Karriere zu machen und auch unter seinen Konkurrenten gute Freunde zu gewinnen. Selbst voller Aktivität und Vitalität, umsorgte er aufopferungsvoll über Jahre seine körperlich geschwächte Frau.

Am 7. Juni 1996 verstarb Gerhard Krienitz nach kurzer Krankheit in seiner Wahlheimat Berlin, in seiner Geburtsstadt München fand er seine letzte Ruhestätte. Testamentarisch vermachte er der DMG-Stiftung einen größeren Geldbetrag. Die Stiftung trägt seither den Namen DMG-Krienitz-Stiftung.

Die Deutsche Maschinentechnische Gesellschaft (DMG), die ihrem langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden ideell und materiell so viel verdankt, behält ihn als starke Persönlichkeit, liebenswerten Menschen und begeisterten Eisenbahningenieur in Erinnerung und ehrt sein Andenken.