Nicolaus Georg - Georg Nicolaus

Nicolaus

Der in Dobergast, Kreis Strehlen (Schlesien) als Sohn eines Lehrers geborene Nicolaus legte am Gymnasium Strehlen 1892 sein Abitur ab und absolvierte ein halbjähriges Praktikum in Breslau. Sein achtsemestriges Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Berlin schloss er „mit Auszeichnung” ab, wofür er einen Staatspreis erhielt. Seiner militärischen Dienstpflicht genügte er 1896/97 beim Eisenbahn-Regiment Nr. 2, dem er auch später als Reserveoffizier angehörte. Anschließend durchlief er eine Ausbildung zum Regierungsbauführer bei den Eisenbahn-Direktionen Breslau und Kattowitz. 1898 beteiligte er sich an dem Wettbewerb um den Beuth-Preis, wobei die von ihm eingereichte Arbeit als Baumeisterarbeit angenommen wurde. Im gleichen Jahr trat Nicolaus der DMG bei.

1900 nahm er als Regierungs-Baumeister seinen Dienst bei der Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Straßburg auf. Es folgten eine Studienreise in die USA im Frühjahr 1902 und im Herbst des gleichen Jahres eine Beurlaubung als Telegraphen-Ingenieur zum Reichspostamt nach Berlin. 1906 wurde Nicolaus unter Ernennung zum Bauinspektor Vorsteher der Maschinenabteilung der Reichsdruckerei. Hier entstand auch seine Dissertation über „Die technischen Anforderungen des Wertpapierdruckes”, mit der er 1910 an der Technischen Hochschule Berlin zum Dr.-Ing. promovierte.

Mit Beginn des 1. Weltkriegs übernahm Nicolaus als Hauptmann d. R. eine Eisenbahn-Kompanie, mit der er in Osteuropa eingesetzt war. Nach Kriegsende kehrte er in die Reichsdruckerei zurück, die ihm viele Anregungen und international beachtete Neuerungen verdankt. So entwickelte er eine Kupferdruck-Rotationsmaschine, mit der das Handdruckverfahren zur Herstellung von Kupferstichen ersetzt wurde und die eine große Bedeutung für den Druck von Banknoten und Wertpapieren erlangte. 1921 erfolgte seine Ernennung zum Oberregierungs- und Baurat.

Vor Erreichen der Altersgrenze wurde er 1933 in den Ruhestand versetzt, was ihn nicht an weiterer fachlicher Tätigkeit – als Gutachter, als Verfasser von Abhhandlungen über die Geschichte des Papiergeldes, als Berater – hinderte. So hatte er von einem Staat in Südamerika den Auftrag zur Errichtung einer modernen Banknoten- und Wertpapierdruckerei erhalten, zu dessen Ausführung es jedoch infolge seines überraschenden Todes – er starb 1936 beim Unfall eines Postautos in der Rhön – nicht mehr kam.

In der DMG hat sich Nicolaus insbesondere durch eine intensive Mitarbeit im Geselligkeits-Ausschuss hervorgetan. Unterstützt durch seine Frau und seine drei Töchter trug er viel zur Ausgestaltung der Weihnachtsfeiern und anderer geselliger Veranstaltungen mit eigenen Texten und Liedern bei. Die Ernennung zum Ehrenmitglied erfolgte 1935 beim Weihnachtsfest.